Yang Form Teil 3

Tai Chi Form III mit Axel Flachowsky
Multimedia-Prokoll der Taiji-Lektionen
Ich darf meine privaten Unterrichtsstunden bei Axel Flachowsky als Audiodateien aufnehmen und zusätzlich am Ende jeder Lektion mit dem Smartphone ein kurzes Video aufzeichnen, in dem Axel die neu gelernten Figuren zeigt und kommentiert. So kann ich später die Übungen mithilfe der Transkription vertiefen und jederzeit im »Video-Spickzettel« nachsehen, wenn ich beim Üben stecken bleibe.

Seit 2015 besuche ich Taiji-Kurse bei Axel Flachowsky und nehme darüber hinaus gerne an seinen »Push Hands«-Workshops und Qigong-Seminartagen teil. Axel Flachowsky unterrichtet ruhig, präzise und geduldig.
http://www.mehr-EnerQi.de
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Tai Chi Form III – Der Mensch

Der Mensch (Yang Form Teil III) verbindet die Pole Erde (Yang Form Teil I) und Himmel (Yang Form Teil II). Der dritte Teil der Form enthält Wiederholungen aus den ersten beiden Teilen und einige neue anspruchsvolle Figuren sowie tiefe Bewegungen.


Den Tiger umarmen …

Den Tiger umarmen und zum Berg zurückkehren
Der Beginn ist bis zum Übergang in die nächste Figur weitgehend identisch mit dem von Teil 2.
Nach dem Kniestreifen wenden sich beide Hände. Die rechte Hand steigt mit nach oben gerichteter Handfläche in Richtung der linken Schulter bis über den linken Arm. Dann gleitet die rechte Hand über den linken Arm, wendet sich über dem linken Unterarm und streift als Handkantenschlag über die linke Hand hinweg nach vorne.
(…)

Korrekturhinweis: Die Hüfte ist der Motor jeder Bewegung!
vgl. Vertiefungsstufen: Armspirale, Beinspirale und Zentrumsbewegungen.


Fasse den Vogel am Schwanz

Bewegungsfolge: Abwehr nach links (Zuo Peng), Abwehr nach rechts (You Peng), Zurückrollen (Lü), Drücken (Ji) Stossen (An)

Korrekturhinweis: Ball halten
Die Übergangsposition »Ball halten« kommt an mehreren Stellen in der Form vor. Dabei wird die untere Hand nicht mittig vor dem Körper, sondern seitlich vor der Hüfte gehalten. Wichtig ist dies für die Rundung des Arms. Der Oberarm ist so deutlich vom Körper abgelöst und »geöffnet«. Das gibt eine größere Stabilität gegenüber potentiellen Angriffen auf den Arm.


Diagonale Peitsche


Die Mähne des Wildpferdes teilen

Übergang aus der diagonalen Peitsche zu »Die Mähne des Wildpferdes teilen (rechts)«:

Der Körper dreht sich auf der linken Ferse um 90° Grad nach NO.
Dabei sinkt die linke Hand vor den Nabel (Ellenbogen bleibt, ist der Drehpunkt)
Dann löst sich der Vogelkopf der rechten Hand, die rechte Hand sinkt.
Die rechte Hand schiebt sich unter die linke Hand, die rechte Ferse hebt sich ab.
Die rechte Hand dreht sich (Hände halten Ball), dabei wird der rechte Fuß an den Knöchel des linken Beins gezogen.
Tiefe Verwurzelung auf dem linken Bein.

So zentriert dreht sich der Körper in Richtung SO.
Der rechte Fuß wird nach SO abgesetzt.
Mit der Gewichtsverlagerung auf rechts steigt die rechte Hand in der Diagonale aufwärts, ihr Tigermaul schaut nach SO, die linke Hand geht gleichzeitig als »stehende Hand« (Handfläche nach unten) links neben den Körper.

weiter …

Die Mähne des Wildpferdes teilen (links)
Gewichtsverlagerung auf rechts.
Linker Fuß setzt einen Zehenfersenschritt in die Diagonale NO.
weiter …

Die Mähne des Wildpferdes teilen (rechts)
weiter …


Fasse den Vogel am Schwanz

Übergang vom »Wildpferd« zum »Sparrow«
Gewicht auf hinteren (linken) Fuß verlagern.
Mit der rechten Hand »ein Tablet von rechts nach links tragen«, dabei dreht sich der Körper nach N und der rechte Fuß dreht sich auf der Ferse mit, bis er in die Diagonale (NO) zeigt.
Beim Drehen in die linke Leiste sinken.
Die linke Hand bleibt bei der Drehung vor dem Körper stehen.
Am Ende der Körperdrehung wendet sich der rechte Handteller nach unten.
Die rechte Hand beginnt zu sinken.
Gewichtsverlagerung nach rechts hinten und Drehen des Körpers nach NO.
Die rechte Hand sinkt so weit, bis sich die Tigermäuler der beiden Hände ansehen.

Die rechte Hand bleibt unten.
Der Körper dreht sich nach N.
Beim Drehen wendet sich die linke Handfläche zum Körper hin und die linke Ferse löst sich.
Leerer Schritt mit linkem Fuß vorwärts nach Norden.
Gewichtsverlagerung auf den vorderen Fuß, dabei steigt die linke Hand in die Haltung »Zuo Peng«.

Weiter mit der üblichen Bewegungsfolge: Abwehr nach links (Zuo Peng), Abwehr nach rechts (You Peng), Zurückrollen (Lü), Drücken (Ji) Stossen (An):

Der linke Ellenbogen sinkt.
Die rechte Hand steht vor die rechte Hüfte (nicht mittig vor dem Körper, so entsteht ein großer Ball vor dem Körper, der bei der Drehung auf der linken Ferse Richtung Osten getragen wird.


Einfache Peitsche


Die schöne Dame am Webstuhl

Bei dieser eleganten Figur wendet sich der Körper auf kleinem Raum in alle vier Ecken, zunächst in einer Drehung um 270° von NO über S nach NW, dann von NW um 90° gedreht nach SW und abschließend in einer erneuten langen Drehung um 270° von SW über N nach SO.

Korrekurhinweis: Alle Schritte in die Diagonalen sind Zehen-Fersenschritte.
Die korrekte Fußstellung läßt sich so prüfen: Die Zehen des hinteren Fußes und die Ferse des vorderen Fußes stoßen an eine gedachte Querlinie. Zugleich führt eine gedachte diagonale Linie entlang der inneren Fußkante des vorderen Beins zur Ferse des hinteren Fußes.

Korrekurhinweis: Die obere Hand leitet ab.
Darauf achten, dass beim Ende jeder Dame die obere Hand jeweils nahe an der Stirn und nicht zu weit vom Kopf entfernt gehalten wird.


Übergang von der »Peitsche« zur »Fair Lady«

Einstieg
Drehen auf der linken Ferse bis Fuß nach Norden steht. Dabei wendet sich linke Handfläche nach unten und die linke Hand sticht unter den rechten Oberarm, bis das linke Handgelenk den rechten Oberarm berüht. Der rechte Arm (= ausgestreckter Arm mit Vogelkopf-Hand) behält seine Position im Raum (= der Körper dreht sich, der rechte Arm »bleibt stehen«.)

Der rechte Fuß wird neu gesetzt in Richtung O, auf der gedachten Linie Fußspitze linker Fuß. (Beide Füsse bilden ein L, wenn man die Linie von rechter Ferse zu linker Zehnspitze denkt. Zwischen den beiden Fersen muss eine freie Linie bleiben, ein »sehr schmales Bächlein«.)

Beide Hände drehen sich, so daß beide Handflächen nach oben zeigen.
Die Arme streifen gegenläufig übereinander, bis die rechte Hand an der rechten Hüfte liegt und die linke Hand mit ihrem Tigermaul in die Diagonale NO zeigt.

Mit linkem Fuß Zehenfersenschritt in die Diagonale NO.
Dabei beginnt die linke Hand zu steigen, die rechte Hand löst sich von der Hüfte.


1. Dame – Ecke Nordost

Der linke Fuß setzt vor und die rechte Hand pusht in die Diagonale.

Hinweis: Die rechte Hand beginnt den Push erst, sobald der linke Fuß in die Diagonale gesetzt wurde. Die linke Hand hingegen steigt und dreht sich während der ganzen Yang-Phase. Die linke wehrt einen Angriff ab, indem sie den Gegner über den Kopf ableitet. Besonderheit hier: In einer Yangphase sowohl zuerst Schritt nach vorne und dann noch die Gewichtsverlagerung nach vorne!

Die linke Hand dreht und hebt sich über den Kopf. (Die linke Hand ist am Ende über dem Kopf. Sie hat sich letztlich nur im Raum auf der gleichen Stelle gedreht und ist dabei nach oben gestiegen.)

Wichtig: Die linke Hand geht nicht nach vorne, sondern steigt in der Drehung so, als ob man einen Vorhang mit der linken Hand über den Kopf hebe! Darauf achten, dass die linke Hand sich nicht mit dem Körper vorwärts bewegt, sondern diese Hand bleibt eher im Raum über der gleichen Position, sie dreht sich nur und steigt dabei. Die rechte Hand pusht auf das, was hinter dem Vorhang zum Vorschein kommt.

Hände: Koordination
Eine besondere Schwierigkeit in der Figur »Schöne Dame« liegt darin, das unterschiedliche Timing beider Hände zu koordinieren: Erst mit Ende der Gewichtsverlagerung erreichen beide Hände ihre Endposition. Die linke und die rechte Hand haben verschiedene Funktionen: Die eine leitet einen Angriff über dem Kopf ab, die andere pusht in Brusthöhe in den Gegner.


2. Dame – Drehung um 270° in Ecke Nordwest

Die linke Hand sinkt dicht vor den Körper bis in Brusthöhe.
Die rechte Hand bleibt körperfern und dreht die Handfläche zum Körper.
Beide Hände halten einen imaginären Ball mit dem Durchmesser eines Unterarms.

Mit dem Ball dreht sich der Körper auf der linken Ferse um (angestrebte) 270° über Süden in Richtung Nordwest:

Der linke Fuß dreht nach Süden. (Am besten den linken Fuß noch weiter als 90° drehen, weil das die Drehung der Hüfte in die neue Richtung erleichtert.)

Der rechte Fuß wird frei und hebt sich. Den rechten Fuß beim Drehen heranziehen an das linke Fußgelenk und die Hüfte weiter drehen. (Man dreht sich mit dem Körper so weit wie möglich und holt die restliche Drehung nach, wenn das Gewicht auf rechts verlagert wird.).

Beim Drehen blickt man schon in die zukünftige Ecke (NW).

Der rechte Fuß zielt nach Nordwesten.
Den rechten Fuß absetzen in die Diagonale.
Mit der Gewichtsverlagerung auf den rechten Fuß dreht die rechte Hand und steigt bis über die Stirn, die linke Hand pusht gleichzeitig darunter in Richtung Nordwesten.
Bei der Gewichtsverlagerung auf den rechten Fuß wird der Körper nach Nordwesten ausgerichtet.
Der linke Fuß dreht nach und weist in Richtung Westen.


3. Dame – Drehung um 90° in Ecke Südwest

Zunächst weitere Gewichtsverlagerung nach rechts und vorne, tief in die rechte Leiste sinken und das Gewicht vollständig über den rechten Fuß bringen (Tendenz nach vorne NW).

Übergang: Großer Ball vor dem Körper.
Wichtig: Die rechte Hand sinkt hier NICHT! Die rechte Hand bleibt oben (!). Hier dreht nur die linke Hand (Push-Hand) nach innen.

Beide Hände halten jetzt einen großen imaginären Ball vor Kopf und Körper.
Mit diesem Ball dreht sich der Körper auf dem rechten Bein in Richtung Südwesten.

Der linke Fuß löst sich und macht einen Schritt Richtung Südwest.
Mit der anschließenden Gewichtsverlagerung auf das linke Bein in die SW-Diagonale wälzt sich ein imaginärer Ball vor dem Körper. Man dreht den riesigen Ball so, dass die linke Hand sich gleichzeitig dabei dreht und bis über die Stirn steigt, während die rechte Hand über unten nach vorne kommt und schließlich pusht.

Hinweis: Die linke Hand dreht den Ball – allerdings nicht mit der Handfläche, sondern gemeint ist die Position der Hand im Raum. Die rechte Hand pusht in Richtung Südwesten, sie muss dazu diesmal jedoch erst sinken und dann nach vorne stoßen.

Der rechte Fuß dreht nach und weist am Ende nach Westen.
Endposition: Die linke Hand über der Stirn und die rechte Hand in der Push-Position.

Hinweis: Beim Übergang von der 2. zur 3. Dame (= kurze Strecke) kann man den leeren linken Fuß stehen lassen und dann den Schritt in die Diagonale machen, man muss ihn nicht erst an den rechten Fuß ziehen. So kann der linken Fuß ein wenig als Stütze genutzt werden. Es ist jedoch egal, ob man den Übergang mit oder ohne Fußheranziehen gestaltet.


4. Dame – Drehung um 270° in Ecke Südost

Gewicht ganz in das linke Bein sinken lassen.

Die linke Hand sinkt vor die Brust und die rechte Hand wendet sich zum Körper hin, so dass beide Hände wieder einen großen Ball vor dem Körper halten.

Auf der linken Ferse drehen über Nord nach Südost. Der Fuß zeigt nach Norden oder darüber hinaus nach NO, der Körper dreht sich so weit wie möglich über N nach O.

Dabei darauf achten, dass der Ball, mit dem man dreht, nicht zusammenfällt, sondern seinen Durchmesser behält. Der Ball hat Unterarmlänge und wird während der ganzen Drehung vor dem Brustkorb gehalten.

Der rechte Fuß wird bei der Drehung frei, an das linke Fußgelenk gezogen und schließlich in Richtung Südosten abgesetzt.

Bei der Gewichtsverlagerung Richtung SO wird wieder der imaginäre Ball vor dem Körper gedreht: Mit der Gewichtsverlagerung wendet sich die rechte Hand und steigt bis über die Stirn, die linke Hand pusht gleichzeitig in Richtung SO, ihre Handfläche zeigt dabei nach Süden.

Abschluß: Ausrichtung des Körpers in die Südost-Diagonale.
Der linke Fuß dreht nach und zeigt nach Osten.


Übergang von »Fair Lady« zum »Sparrow«

Der Übergang aus der »Schönen Dame am Webstuhl« ähnelt dem Ausgang aus der Figur »Die Mähne des Wildpferds teilen«:

Das Gewicht wird auf den auf den hinteren Fuß verlagert und beide Arme vor dem vor dem Körper ausgestreckt.
Der Körper dreht nach Norden, der linke Fuß dreht dabei mit bis in die NO-Diagonale. Die vor dem Körper parallel ausgestreckten Arme folgen der Körperbewegung und können dabei leicht bis in NNW ausschwingen.
Das Gewicht wird zurück auf das rechte Bein verlagert, dabei dreht sich der Körper in die NO-Diagonale und die Hände sinken vor dem Körper, die Arme runden sich dabei leicht, sodass die Tigermäuler der Hände sich ansehen.
Der Körper dreht auf dem rechten Bein nach Norden.
Die linke Hand wendet sich zum Körper.
Der linke Fuß setzt im Bogenschritt nach Norden.
Gewichtsverlagerung nach vorne auf linken Fuß, die rechte Hand bleibt vor dem Körper mit leichter Tendenz nach unten und außen.


Fasse den Vogel am Schwanz

Bewegungsfolge: Abwehr nach links (Zuo Peng), Abwehr nach rechts (You Peng), Zurückrollen (Lü), Drücken (Ji) Stossen (An)


Einfache Peitsche


Wolkenhände (4x)


Lange und schmale Peitsche

Nach einem langen, schmalen Schritt in Richtung Westen wird das Gewicht auf das linke Bein verlagert, der Körper wird nach Westen gedreht, der linke Ellenbogen sinkt und die linke Hand wendet sich zum Push und der rechte Fuß dreht nach und zeigt in die NW-Diagonale.

Korrekurhinweis: Arm runden
Beim Übergang in die lange, schmale Peitsche darauf achten, dass der linke Arm schön rund bleibt und nicht einfällt. (»Als ob man einen großen Korb mit dem linken Arm umfaßt.«)


Die Schlange kriecht am Boden

Körper: Drehen um 90° und dabei Sinken.
Das Gewicht auf die rechte Ferse verlagern, dabei dreht der rechte Fuß aus um 90° in die Diagonale NO, der linke Fuß dreht um 45° nach und weist in die NW-Diagonale. Beide Füße stehen schließlich im Winkel von 90° zueinander.

Die rechte Hand hält unverändert den Vogelkopf. Beim Drehen des Körpers um 90° wandert der rechte Arm mit, allerdings nur um etwa 45° und weist schließlich in die NO-Diagonale.

Die linke Hand bleibt mittig vor dem Körper. Sie verändert beim Drehen leicht ihre Stellung: Im Ausgangspunkt war sie in Push-Stellung, die Handfläche weist nach NW. Sobald die Gewichtsverlagerung beginnt, senkt sich der Ellenbogen ein wenig und der linke Unterarm dreht leicht ein. Die linke Hand steht wie ein Spaten quer vor der Körpermitte, die Handkante zeigt nach unten.

Am Ende der Drehung weist der Körper nach Norden, der Vogelkopf hängt in NO und die linke Hand steht mittig in Brusthöhe vor dem Körper.

Korrekturhinweis: Sinken und Drehen.
Bereits in der Drehung das Gewicht weitgehend auf den rechten Fuß bringen.
(»Du beginnst dich zu drehen, WEIL du das Gewicht verlagerst und der rechte Fuß ausdreht.«)
Die besondere Schwierigkeit dieser Übung: Oberschenkel im Querspagat, dabei
Sinken und schließlich Drehen auf den Fersen.

Yin:
Körper und linke Hand sinken.
Der Körper sinkt gerade und aufgerichtet, das Gewicht bleibt dabei auf dem rechten Fuß.
Die linke Hand steht mittig vor dem Körper. Der linke Ellenbogen öffnet sich, der linke Arm wird lang und die linke Hand sinkt und weist nach unten.
Während der Körper sinkt, bleibt die rechte Hand mit dem Vogelkopf räumlich dort, wo sie war, sodass der Vogelkopf schließlich der höchste Punkt ist, von dem aus eine Diagonale zum linken Fuß läuft.

Yang:
Eindrehen des linken Fußes nach Südwesten (soweit dies anatomisch möglich ist). Mit der Gewichtsverlagerung auf den vorderen Fuß dreht sich der Körper nach Westen und der hintere Fuß dreht ein in Richtung Nordwesten.
Die rechte Hand öffnet den Vogelkopf und sinkt neben die Hüfte. Am Ende des Sinkens zeigt die rechte Handfläche zum Körper, das Tigermaul nach unten und der rechte Ellenbogen ist deutlich vom Körper entfernt. Das Handgelenk ist so geknickt mit rechtem Winkel zwischen Handoberseite und Unterarm, als wolle man den Handballen auf die Hüfte auflegen, die Finger der rechten Hand zeigen nach hinten und unten (»John Wayne-Haltung«: die Hand am Colt.).
Die linke Hand bleibt – wie ein Wetterfähnchen – mittig vor dem Körper, Unterarm und Hand in gerader Linie. Mit der Drehung und Gewichtsverlagerung steigt die linke Hand leicht, die Finger zeigen nach vorne oben.

Beim Ende der Figur »Schlange« liegt das Gewicht zu 70 % vorne.

Korrekturhinweis: Knie schonen!
Auf die Kniegelenke achten. Beide Knie beugen natürlich und bleiben gebeugt. Die schwierige Fußstellung kann man seniorengerecht erleichtern, indem man den rechten Fuß nicht so stark in Richtung NO-Diagonale eindreht. Dadurch schafft man es leichter, den linken Fuß in die SW-Diagonale zu setzen.
Darauf achten, dass das rechte Knie bei der Gewichtsverlagerung nicht hängt und einknickt, sondern stabil über dem rechten Fuß bleibt. Die Füße müssen stabil stehen, sonst rutscht man mit den Füßen beim Drehen weg und der Schritt weitet sich unangenehm.


Übergang von »Schlange« zu »Goldener Hahn«

Yin:
Das Gewicht wird weitgehend auf den vorderen Fuß verlagert, der Körper sinkt tief ins linke Bein. Gleichzeitig sinken beide Hände und begegnen sich rechts und links vom linken Knie, die rechte Handfläche zeigt zum Knie und die Finger zeigen zum Boden, die linke Handfläche zeigt zum Boden und die Finger zeigen nach vorne. Die hintere Ferse bleibt auf dem Boden.

Korrekturhinweis: Sinken vor dem Steigen
Aus der »John-Wayne-Haltung« (Yang) geht es weiter mit einem wichtigen, jedoch oft übersehenen Yin: Nach der Figur »Schlange« zunächst tief in den vorderen Fuß sinken (Yin), dann erst Steigen (Yang)!


Der goldene Hahn steht auf einem Bein (rechts)

Yang:
Aufrichtung über dem linken Bein. Aus der tiefen Verwurzelung im linken Bein wächst der Körper nach oben. (Aufsteigen mit der Vorstellung, dass sich die Ferse in den Boden zu bohrt, also gegen die Erde pressen, dann steigt der Körper wie von selbst.)

Dabei steigt die linke Hand von Kniehöhe bis in Hüfthöhe, der linke Daumen weist am Ende der Bewegung auf das Hüftauge, der linke Ellenbogen ist angewinkelt und zeigt nach Süden.
Und dabei steigt die rechte Hand, bis der rechte Daumen vor der Nase steht, der rechte Ellenbogen bleibt bei dieser Bewegung angewinkelt, der rechte Arm dreht wie ein Winker im Schultergelenk.
Das rechte Knie steigt mittig in Richtung rechter Ellenbogen, der Fuß hängt lose und die Zehen zeigen nach unten. (Wenn das Knie bis zum Ellenbogen angehoben wird, ist die Position stabiler, allerdings erfordert dies mehr Muskelkraft. Für SeniorInnen reicht es, das Knie soweit zu heben, dass der Oberschenkel waagerecht steht.)

Yin:
Der rechte Fuß sinkt und wird in einer Rückwärtsbewegung diagonal hinter dem Körper abgesetzt. Das Gewicht wird auf den hinteren Fuß verlagert und der Körper sinkt beim Rückwärtsgehen. Während dieses Sinkens kippt die rechte Hand nach links und sinkt auf der linken Seite nach unten.


Der goldene Hahn steht auf einem Bein (links)

Yang:
Aufrichtung über dem rechten Bein. Dabei steigt die linke Hand über rechts hoch und stellt sich mittig vor den Körper.
(Die Hände vollführen spiegelverkehrt zwei Abwehrbewegungen: Die rechte Hand führt von oben über links nach unten rechts, die linke Hand führt von unten links über rechts nach oben.)
Die rechte Hand kommt neben die rechte Hüfte, der Daumen am Hüftauge, die Finger zeigen nach vorne, der Ellenbogen ist abgewinkelt und zeigt nach Norden, die Schultern sind tief, die Schulterblätter liegen wie ein Schutzschild auf dem Rücken und öffnen sich wie eine Schiebetür. („Die Yinseite hinten wird stark, dann kann die Yangseite vorne weich werden.“)
Der linke Fuß zeigt nach SW, der rechte Fuß nach NW, beide Füße stehen auf einer besenstielbreit gedachten Bahn.

Korrekturhinweis:
Die Bewegung nicht mit dem rechten Arm starten, sondern mit dem Sinken und nach hinten Absetzen des rechten Fußes. Wenn das Gewicht bei der Rückwärtsbewegung tief gesunken ist, kann das Aufrichten über der Ferse einfacher gelingen, die Gefahr, beim Steigen mit dem Oberkörper nach hinten zu kippen, ist gebannt.
Die beiden Hände begegnen sich eher links und nicht mittig vor dem Körper. Die Fingerspitzen der linken Hand zeigen schräg nach vorne auf die querstehende rechte Hand. Räumlich gesehen bleiben die Hände eher da, wo sie bei Beginn sind, nur der Körper zieht sich hinter sie zurück.

Übergang vom linken Hahn in die Affenabwehr
Der rechte Arm schwingt aus, die linke Hand geht nach vorne, der linke Fuß sinkt und berüht die rechte Ferse. Der rechte Arm beugt sich und der linke Fuß macht einen Schritt zurück.


Affen vertreiben usw.

Weiter geht es mit bekannten Figuren:
Affen vertreiben (3 Mal, rechts, links, rechts); Diagonales Fliegen; Hände heben; Der weiße Kranich breitet seine Flügel aus;
Übers Knie streifen links. (Position: Die linke Hand steht links neben dem Körper, die rechte Hand pusht mittig vor dem Körper.)


Die Nadel am Meeresboden

Den rechten Fuß an die linke Ferse herannehmen, dann Schritt nach hinten. Mit dem Zurücksetzen des rechten Fußes kippt der Körper nach vorne und sinkt und die rechte Hand sinkt nach vorne vor die linke, beide Hände stehen auf einer Linie links neben dem Körper und zeigen nach vorne.

Gewichtsverlagerung auf den hinteren Fuß. Die Hüfte dreht dabei nach Nordwesten und die Hände wechseln ihre Position (»Wischiwaschi«). Beide Hände befinden sich jetzt rechts neben dem Körper auf einer Linie, die linke Hand vor der rechten, alle Finger weisen weiterhin nach vorne in Richtung Westen.

Korrekturhinweis: Die Arme rund und offen halten, nicht als starre Stöcke bewegen. Je mehr man die Hüfte dreht in beide Richtungen, umso leichter fällt es, die Arme offen zu halten. Die Knie bleiben gebeugt.

Den linken Fuß knapp schulterbreit vor dem rechten auf dem Ballen leicht absetzen, die Zehen schauen nach vorne. (Die Position der Beine ist jetzt genauso wie beim Kranich, nur der Körper ist hier nicht hoch aufgerichtet, sondern tief und nach vorne vorgebeugt.)

Das Gewicht bleibt während der ganzen Figur auf dem rechten Bein, das linke Bein steht leer und frei auf dem linken Ballen.

»Nadel«
Die rechte Hand dreht in sich wie eine Grabeschaufel, der Körper dreht nach Westen, die rechte Hand taucht bei der Drehbewegung nach unten.

Der linke Arm bewegt sich mit der Körperdrehung auf die linke Seite neben den Körper. Die linke Hand steht am Ende der Drehung wieder so wie beim Kniestreifen. (Im Unterschied zum Kniestreifen liegt jetzt das Gewicht auf dem hinteren rechten Bein, nicht auf dem vorderen linken Bein).

Korrekturhinweis: Der Großteil der Bewegung der Hände resultiert aus der Hüftbewegung, d.h. der Drehung des Körpers. Die rechte Hand bewegt sich zwar auch räumlich, überwiegend jedoch durch die Bewegung des Körpers.


Die weiteren Figuren

  • Den Fächer ausbreiten
  • Umdrehen, die weiße Schlange streckt die Zunge raus
  • Nach unten ableiten, parieren und Fauststoß
  • Fasse den Vogel am Schwanz
  • Einzelne Peitsche
  • Wolkenhände (1)
    Wolkenhände (2)
    Wolkenhände (3)
  • Einzelne Peitsche
  • Hoher Schlag aufs Pferd und Durchdringende Hand
  • Beine kreuzen
  • Fauststoß in den Unterleib
  • Fasse den Vogel am Schwanz
  • Einzelne Peitsche
  • Die Schlange kriecht am Boden
  • Schritt vor zu den sieben Sternen
  • Schritt zurück und den Tiger reiten
  • Drehung und Lotus-Kick
  • Den Bogen spannen und den Tiger schießen
  • Nach unten ableiten, parieren und Fauststoß
  • Wie versiegelt und verschlossen
    Hände kreuzen
  • Abschluss
  • Rückkehr zur Ausgangsstellung